Mit ‘Stream’ getaggte Artikel

Games streamen wie Spielfilme

Montag, 30. März 2009

Letzte Woche ging ein Aufschrei durch die Gaming-Branche. Bei der Game Developers Conference in San Francisco stellte das kalifornische Unternehmen OnLive Inc. seinen Service vor.

how_onlive_works

Mit dem in den letzten sieben Jahren entwickelten Kompressionsverfahren wird es möglich, Videospiele wie Spielfilme über das Netz zu streamen, und das ruckelfrei.

Bei der GDC demonstrierte Onlive seinen Dienst mit dem Spiel “Crysis”, der bisher nur für den PC erhältlich ist, auf einem Laptop sowie auf einem Fernseher mit Online-Anschluss.

Besonders für Konsolenhersteller ist Onlive eine sehr große Konkurrenz, da Spielhersteller wie Electronic Arts, Take Two und Eidos bereits Interesse an einem zusätzlichen Vertrieb über Stream angemeldet haben.

Tempodome – Die Zukunft des interaktiven Events!?

Samstag, 29. März 2008

Film 3.0 beschreibt die Konvergenz zwischen Film und Game. Dass damit auch die Aufhebung des linearen Mediums Film und dessen Interaktivierung eine Rolle spielen, habe ich in einem älteren Posting bereits beschrieben.
Das Medium Internet ist zwar ein interaktives Medium, bei dem Inhalte nonlinear konsumiert und erlebt werden können. Spätestens wenn es sich um ein Live-Event dreht, das ins Internet gestreamt wird, ist diese Interaktivität in den meisten Fällen jedoch wieder aufgehoben.
Das Hamburger Startup-Unternehmen Tempodome ändert dies nun und verleiht live ins Internet gestreamten Konzerten neue Möglichkeiten.

Tempodome

Am 14. April geht die Plattform online, die sich als Claim „Live live dabei“ ausgesucht hat.
Malte Blumenthal, einer der beiden Geschäftsführer von Tempodome, behauptet, Tempodome sei die erste Bühne, die immer live ist. Tempodome ist eine Plattform die den Künstler und seine Events allen zugänglich macht, auch jenen, die nicht vor Ort dabei sein können. Tempodome bringt die Besucher eines Live-Konzertes, und jene, die nur online dabei sind, zusammen und ermöglicht einen Live-Austausch von Emotionen.

Live ist hierbei in einem anderen Zusammenhang gemeint, wie jener, der in der breiten Öffentlichkeit gebraucht wird. Die Plattform ist eine online Bühne, die von allen Künstlern genutzt werden kann, um ihre Events live im Internet zu zeigen und so die Wertschöpfungskette zum Beispiel eines Konzerts zu verlängern. Doch damit nicht genug. Neben aktuellen Tourdaten, Musikvideos, Konzertmitschnitten, Songtexten und anderem Textmaterial zu den einzelnen Bands, bietet Tempodome den Fans auch einen Weblog, in dem sie ihre Meinung zu der jeweiligen Band als Beiträge kundtun können.

Derzeit haben vor allem Bands aus der deutschen Indie-Rock-Szene zugesagt, in Zukunft die Möglichkeiten von Tempodome nutzen zu wollen. Die deutschen Band Madsen aus NRW wird den Reigen der live Events auf Tempodome im April eröffnen.

Wie es funktioniert

Mit aufwendiger Übertragungstechnik (dem einzig wirklich großen Problemfaktor bei Tempodome) wird das komplette Konzert einer Band exklusiv ins Internet auf Tempodome gestreamt. User, die zu dieser Zeit keine Möglichkeit haben, vor Ort bei dem Konzert dabei zu sein, loggen sich einfach bei Tempodome ein und können (vermutlich bald gegen eine kleine Gebühr) über ihren PC live dabei sein. Soweit nichts Neues. Das wirklich Tolle an Tempodome ist die Möglichkeit, Feedback an die Band bzw. das Publikum vor Ort zu geben. Ein mögliches Szenario sieht wie folgt aus:
Nach dem Gig fragt die Band das Publikum nach der Stimmung, doch nicht nur die Crowd vor der Bühne sondern auch die Fans zu hause können via Webcam, Micro oder einfach nur via Textmessages reagieren und sich zum Beispiel einen Song wünschen.
Mobile spielt natürlich auch eine große Rolle. Tempodome-Fans, die es zum Konzert vor Ort geschafft haben, können via SMS, MMS oder auch via Micro-Blogging-Dienst ihre (multimedialen) Eindrücke den zu hause Gebliebenen schicken und natürlich mit ihnen interagieren.

Ein wenig erinnert das Konzept der Personen, die sich zur gleichen Zeit online in den Räumen oder Cliquen tummeln und visualisiert werden an Weblin. Auf Tempodome sieht man zu jeder Zeit welche Personen noch dabei sind und zum Beispiel das Madsen Konzert vom PC aus mitverfolgen.

Wenn Tempodome das hält, was es verspricht, bietet die Hamburger Plattform ohne Zweifel eine neuartige Form des Future Entertainments, das lineare Erzählstrukturen aufhebt und absolute Interaktivität bietet.

Bleibt noch die Frage des Businessmodels. Natürlich spielt Werbung eine nicht unwesentliche Rolle. Jedes Event kann und wird vermutlich auch ganz sicher von einem Werbepartner gesponsert. Interaktive Online-Werbeformen und Micro-Games, die zum Event passen und womöglich auch noch interaktiv die virtuelle (Online-User) mit der realen Welt (Publikum und Band vor Ort) verbinden, sind ein attraktiver Weg, sich als moderne Marke in einer jugendlichen Plattform zu positionieren. Dazu bietet die Plattform Platz für Crosspromotions und natürlich auch Band Merchandising. Der zweite Weg ist sicherlich der zukünftige Verkauf von virtuellen Eintrittskarten, die den Login auf Tempodome ermöglichen und damit das virtuelle Tor zur realen Welt öffnen.

Unser Trendbook2010 bietet übrigens unter anderem auch nähere Informationen zu den Themen Events, Interactive Entertainment und Gaming und Entertainment