In den letzten Wochen und Monaten gab es einige schöne Beispiele dafür, wie man den Kinobesuch zum Beispiel mit dem mobilen Endgerät interaktiviteren kann. Als Best Practice Cases seien hier der interaktive Horrorfilm Last Call und Foxpop genannt.
Nun hat der US-Anbieter Best Buy mit Movie Mode eine mobile Plattform gestartet, die eine neuartige Erfahrung mit interaktiven Kinofilmen verspricht. Die erste Anwendung der Software wird alles, was die alienartigen Charaktere des Animationsfilms Dispicable Me während des Abspanns sagen, auf dem Mobiltelefon des Nutzers übersetzen.
Das ermöglicht es, über den zweiten Bildschirm neue, größere und integrierte Strategien im Filmgeschäft zu entwickeln. Um die neue Anwendung herunterzuladen, genügt eine SMS mit dem Code “minon” an die Nummer 332211. Zum Start läuft die App allerdings leider nur in den USA.
Während meines zweiwöchigen Urlaubs, in dem ich übrigens erste Vorbereitungen und Überlegungen für mein neues Buchprojekt gestartet haben (mehr dazu bald hier), haben sich einige Meldungen in meinem RSS-Reader gestaut, über die ich nun hier nach und nach auch berichten möchte.
Den Beginn macht eine Meldung aus Deutschland. Für den Horrorsender 13th Street entwickelten Jung von Matt Berlin und das Produktionsstudio Film Deluxe Berlin den ersten interaktiven Horrfilm für Kinos.
Im Foyer wurden dazu Flyer zum Film The Last Call ausgelegt, auf denen das Publikum dazu aufgefordert wurde, seine Telefonnummer per SMS an ein System zu schicken.
Per Zufallsgenerator wurde dann eine der eingeschickten Nummern ausgewählt. Diese wurde dann während des Films angerufen – und zwar genau in der Szene, wo die Hauptfigur vor dem Mörder flieht und zum Handy greift.
In diesem Moment war die ausgewählte Person aus dem Publikum Teil des Films und konnte in einen Dialog mit der Figur auf der Leinwand treten.
Je nachdem, welche Antwort man auf die Fragen der Figur gab, entwickelte sich der Film, wodurch das Publikum bei jeder Vorstellung eine andere Geschichte zu sehen bekam.
Der interaktive Kinofilm ist auf jeden Fall eine sehr gelungene Aktion, die ich sehr gerne miterlebt hätte.
Eine ähnliche Aktion zu einem Computerspiel gab es bereits vor einiger Zeit ebenfalls in Deutschland.
Damals startete die Agentur Mindmatics zum Release des Spiels Metal Gear Solid für PS3 und Xbox 360 eine Web-to-Mobile-Kampagne, bei der die User vom Protagonisten des Spiels angerufen werden und so in direkte Interaktion mit ihm treten. Der Spieler führt die Hauptfigur zunächst durch ein feindbesetztes Kellersystem, bis er aufgefordert wird, eine Nummer zu wählen, um Snake aus seiner misslichen Lage zu befreien. Der Nutzer ist nun per Telefon persönlich mit Snake verbunden und navigiert per Tastendruck die Spielfigur ans gewünschte Ziel. Ein Link zu weiterführenden Informationen und exklusiven Klingeltönen rundet die ganze Aktion ab.
Nach einer weihnachtlichen Auszeit in der ich die Ruhe dazu genutzt habe, um einmal Abstand zu meinen Online-Auftritten zu bekommen, melde ich mich zurück und wünsche ein frohes neues Jahrzehnt!
Mit einer Guerillawerbung sorgt das schwedische Einrichtungshaus IKEA derzeit nicht nur auf YouTube für geteilte Meinung.
Den einen gefällts, die anderen fragen nach der Legalität und fordern die “Opfer” dazu auf, ihr Geld zurück zu verlangen.
Die Debatte dreht sich um die Aktion, die in diesem kurzem Clip geschildert wird.
In einigen Kinos hat IKEA mithilfe von tragbaren Projektoren den Preis und die Bezeichnung diverser IKEA Einrichtungsgegenstände die in einer Filmszene zu sehen sind, auf die Leinwand projiziert.
Ohne den Film (in dem Fall Burn After Reading und Sex and the City) zu unterbrechen wurde so die Aufmerksamkeit automatisch auf die Produkte gelenkt. Problem dabei ist lediglich die Tatsache, dass das den Kinogenuss ziemlich beeinträchtigt. Einmal ist lustig, mehrmals kann wirklich nerven und schließlich zahlt man den Preis nicht für einen durch Werbung gestörten Film.
Dennoch finde ich die Idee nicht schlecht, noch besser wäre aber zum Beispiel, wenn IKEA am Ende die Tickets zum Teil oder komplett subventioniert. Hätte man ein spielerisches Element eingebaut und dann den Siegern die Tickets zurückerstattet wäre das eine absolut lobenswerte Aktion geworden.
Ich bin gespannt, wann die ersten vergleichbaren Aktionen in 3D Kinos kommen. Volvo und später O2 haben es in Großbritannien bereits vorgemacht!IK
Nachdem Volvo vor etwa zwei Jahren Social Cinegaming betrieb und in 13 Kinosälen ein Auto vom Publikum steuern ließ, setzt O2 nun eines drauf uns lädt das Kinopublikum erneut zum Spielen ein, diesmal in 3D.
Der große Hype an 3D Filmen, die in diesem Jahr starten, hat auch dazu geführt, dass immer mehr Kinos mit digitalen Projektionssystemen ausgestattet werden, die dann auch 3D-Filme präsentieren können!
O2 wird nun in 20 Kinos in Großbritannien zu den Filmen Ice Age 3, G-Force, Up und Toy Story 3D jeweils im Werbeblock das Spiel Asteroid Storm lancieren.
Darin müssen die Zuschauer aktiv werden und wie bereits bei Volvo kollektiv ein Gefährt (bei Volvo klarerweise ein Auto, hier nun ein Raumschiff) steuern.
In der offiziellen Meldung zur Aktion fand ich folgendes Zitat von Mike Hope-Milne, Enterprise Director, Pearl & Dean, sehr spannend: “Cinema is becoming so much more than purely a venue to watch films. Consumers want a complete interactive experience and the new 3D game from O2 offers cinema-goers the chance to become truly immersed in the action. Year-on-year we are seeing an increase in the popularity of 3D cinema with more 3D films than ever being made to meet the demand.”
In den USA wurde zum ersten Mal Microblogging für die Sozialisierung eines Kinofilms eingesetzt.
Ein Kino in Illinois hat dazu den “MuVChat getestet, ein Chatprogramm für Kinovorstellungen.
Mit dieser von Rien Heald entwickelten Software ist es möglich, während der Kinovorstellung Kommentare auf die Leinwand zu senden. Dazu verschickt man seinen Text an eine Mobilnummer, woraufhin die Nachricht unmittelbar auf dem unteren Teil der Leinwand erscheint. Im Projektorraum wird ein PC an das System angeschlossen, um unerwünschte User vom Kino-Twitter kurzfristig ausschließen zu können.
Hier das entscheidende Zitat im Original: “I think the future of cinema is probably going to come from people who play 3-D games and grow up to become filmmakers.”
Da könnte tatsächlich etwas Wahres dran sein!
Danke an Christoph für den Tipp!
Auf W&V Online habe ich gelesen, dass die Werbeweischer Gruppe in Deutschland ab Sommer 2009 in ausgewählten Lichtspielhäusern der UCI Kinokette auch die Kinowerbung in 3D anbietet.
Obwohl sich Deutschland damit sehr innovativ zeigt, ist es bereits etwa ein dreiviertel Jahr her, seit der erste Werbekunde in einem Kino dreidimensionale Werbung geschalten hat. Im April warb die Biermarke Superbock in Portugals 3D Kinos mit einem 3D-Spot.
Hier noch einige Zahlen, die ein früheres Posting zum Thema 3D Kinos in Deutschland ergänzen.
Die UCI-/Odeon-Gruppe (Marktführer in Europa) will laut W&V ihr Netzwerk digitaler Leinwände in Europa in den nächsten Monaten auf 111 Kinos erweitern. Ingesamt betreibt das Unternehmen europaweit 200 Häuser, wodurch mehr als die Hälfte der Häuser digitalisiert wird.
Unser Trendbook2010 bietet übrigens unter anderem auch nähere Informationen zum Thema 3D Kino.
Gestern war ich im 3D IMAX Kino in Berlin und habe mir dort die 2D Fassung von Madagascar 2 angesehen.
Das traurige daran: Zusammen mit meiner Freundin und mir waren wir 8 Personen in der Vorstellung, die in einem Saal gezeigt wurde, in den 560 Personen passen. Für eine (zwar späte) Freitagabendabenvorstellung (22:30 Uhr) war das mehr als Besorgniserregend.
Obwohl es für uns toll war, weil wir quasi eine Privatvorstellung dieses wirklich witzigen Films bekommen haben, habe ich mich ein wenig darüber gewundert.
Als ich mich nach der Vorstellung beim Personal erkundigte, woran das liegen könnte und ob es vielleicht die Uhrzeit sei, meinte der junge Mann nur, dass der Film seit seinem Start am Vortag in keiner einzigen Vorstellung mehr als 20 Leute anziehen konnte.
IMAX scheint also doch noch nicht ganz in der breiten Masse angekommen zu sein, was vielleicht auch an dem Preis pro Vorstellung liegen mag, der bei 10 Euro (bei Kauf an der Kasse) bis 12,10 Euro (bei Kauf im Internet) doch relativ hoch ist.
Die eigentliche Frage bezieht sich nun indirekt auch auf dieses Problem: Wenn ein (3D-)Film in seiner IMAX Version bereits keinen Gewinn abwirft, wo soll dieser dann sonst herkommen?
Während herkömmliche Produktionen wie Madagascar 2 oder The Dark Knight, der auch im IMAX lief, in der Kinoauswertung natürlich in den normalen Kinos den Löwenanteil des Umsatzes generieren und anschließend normalerweise noch einmal mindestens den gleichen Umsatz (meist aber noch viel mehr) in der DVD-Auswertung generieren, ist für 3D-Filme aufgrund mangelnder technischer Infrastruktur im Home Entertainment nach dem Kino Schluss.
Natürlich gelten für 3D Filme wahrscheinlich andere Auswertungsregeln als für “normale” Filme, dennoch würde es mich interessieren, wie es finanziell bei 3D-Produktionen aussieht und welche Möglichkeiten es neben dem Kino noch gibt, um diese Filme zu zeigen und Umsatz zu generieren.
Wer weiß etwas dazu? Ich würde mich sehr freuen, wenn wir über die Kommentarfunktion darüber sprechen könnten!
Unser Trendbook2010 bietet übrigens unter anderem auch nähere Informationen zum Thema 3D Kino
Via Twitter wurde ich gerade auf einen interessantren Euronews-Beitrag aufmerksam gemacht, in dem sehr anschaulich und verständlich gezeigt wird, wie die Zukunft des Films in 3D aussieht.
Ich möchte dieses Posting zudem dann gleich nutzen, um auf die 3D-Kino Situation in Deutschland zu blicken.
Ende November erreichte mich eine Pressemitteilung zum Animationsfilm Fly Me to the Moon, einer europäischen Produktion der belgischen Produktionsfirma nWave Pictures. In diesem 3D-Film von Ben Stassen geht es um Fliegen, die – der Titel sagt es – zum Mond fliegen.
Derzeit sind bereits ca. 30 Kinos in Deutschland in der Lage, 3D-Filme zu spielen, in IMAX-Kinos und in Kinos mit digitalen Projektoren. Beinahe monatlich werden es mehr. Der Einstieg der großen Kinoketten in das 3D-Geschäft dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Die meisten dieser 3D-Kinos haben ein deutlich größeres Einzugsgebiet als normale Kinos, so dass sich die letzten Lücken der 3D-freien Gebiete im Jahr 2009 schließen werden.
Bundesweit haben im Jahr 2008 bisher bereits schätzungsweise 1,2 Millionen Zuschauer einen 3D-Film gesehen.
Diese Angaben stammen aus der besagten Pressemitteilung.
Das Unternehmen nWave Pictures wurde im Jahr 1992 in Brüssel gegründet und entwickelte sich schnell zu einer der größten 3D-Film-Produktionsfirmen der Welt. FLY ME TO THE MOON 3D hat weltweit bereits 30 Millionen US-$ eingespielt. FLY ME TO THE MOON 3D, der erste abendfüllende Film, der von Anfang an in 3D geplant wurde und ausschließlich in 3D gezeigt wird, setzt gewissermaßen den Startschuss für das Kinojahr 2009, das im Zeichen des 3D-Films stehen wird. Auch Hollywood setzt verstärkt auf die Zugkraft des 3D-Erlebnisses: So werden in Kürze die Animationsfilme „Bolt“, „Ice Age 3“, „Monsters vs. Aliens“, „Toy Story“ und „Shrek 4“ in die Kinos kommen. James Cameron arbeitet bekanntlich an „Avatar 3D“ und Peter Jacksons „Hobbit“-Verfilmung ist in 3D angekündigt.
Unser Trendbook2010 bietet übrigens unter anderem auch nähere Informationen zum Thema 3D Kino
Malcolm Gladwell schreibt in "Der Tipping Point. Wie kleine Dinge Großes bewirken können" über das Phänomen der Mundpropaganda und wie sie über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
Patrick Vonderau und Vinzenz Hediger vereinen in Ihrem Sammelband "Demnächst in ihrem Kino. Grundlagen der Filmwerbung und Filmvermarktung" Aufsätze bekannter Filmvermarktungsexperten zum Thema Filmwerbung und Filmpromotion.
Holm Friebe und Sascha Lobo zeichnen in Ihrem Buch "Wir nennen es Arbeit" das Porträt der modernen Arbeitsgesellschaft und gehen dabei auch auf die Themen Social Media, Web 2.0 etc. ein.
Wired-Redakteur Chris Anderson schrieb "The Long Tail - Der lange Schwanz" bereits vor einigen Jahren. Jetzt gibt es den Klassiker auch auf deutsch.
Rick Levine, Christopher Locke, David Weinberger und Doc Searls schrieben "Das Cluetrain Manifest. 95 Thesen für die neue Unternehmenskultur im digitalen Zeitalter" bereits lange Zeit vor Web 2.0. Doch erst jetzt werden die Thesen hochaktuell!
Robert Marich über "Marketing to Moviegoers" - Persönlich noch nicht gelesen aber bald
Daniela Kloocks Sammelband bietet interessante Beiträge u.a. von Thomas Elsaesser, Peter Glaser und Tom Tykwer zum Thema Zukunft Kino und Film-Gaming-Konvergenz
Don Tapscott über die Öknomie im Web 2.0 und ihre Öffnung dem User gegenüber - Wikinomics eben