Vor zwei Jahren wurde zum ersten mal ein Clip des Cinematic Game Heavy Rain präsentiert, der einiges erwarten ließ.
Nun stellte das französische Unternehmen hinter Heavy Rain – Quantic Dream – bei den diesjährigen Spielmessen in Los Angeles, Köln und Tokio die ersten Gameplay-Insights und den offiziellen Trailer zu diesem filmischen Spiel vor.
Das besondere an Heavy Rain ist, dass nicht mehr Jump, Shoot and Run im Vordergrund stehen, sondern die Story das zentrale Element darstellt. So erinnert das Game eher an düstere Thriller wie zum Beispiel Sieben von David Fincher.
Hier die ersten Insights aus dem Spiel:
Hier das entscheidende Zitat im Original: “I think the future of cinema is probably going to come from people who play 3-D games and grow up to become filmmakers.”
Da könnte tatsächlich etwas Wahres dran sein!
Danke an Christoph für den Tipp!
Nach diesem Motto könnte man sich den Trailer zum zweiten Teil von Assassin’s Creed ansehen.
Besonders die Bewegungen der Figuren in diesem Teaser sind mehr als realistisch und lassen sehr viel erhoffen.
Ein weiterer Grund, warum es sich hierbei um einen Cinematic Game Trailer handelt ist die Dramaturgie. Wie bei einem Film, lässt sich dieser Game Trailer dramaturgisch in mehrere Teile teilen, wobei der Höhepunkt zum Schluss kommt, wie sich das für einen guten Film ein gutes Game gehört!
Bei der derzeit laufenden Spielemesse E3 hat Microsoft vor kurzem seine Antwort auf Nintendos Wii und Sonys Playstation Eye gegeben.
Wie das belgische Unternehmen Softkinetic bietet nun auch Microsoft für seine XBox 360 eine Art Fullbody-Wii an, die keinen Controller mehr benötigt, sondern die Steuerung der Spielfigur über eine Kamera und Körpererkennung ermöglicht.
Unter dem Arbeitstitel “Project Natal” stellten Steven Spielberg und Peter Molyneux, mit dem ich bei der Munich Gaming 2008 ein paar Worte wechseln durfte, eine radikale Erneuerung auf dem Videospielmarkt vor.
Doch nicht nur die Steuerung der Spiele soll erneuert werden. So muss man keine Knöpfe mehr drücken oder wie bei der Wii mit einem Controller Bewegungen durchführen. Der ganze Körper wird stattdessen von einer RGB-Kamera und einem Infrarot-Sensor erfasst und somit die Bewegungen auf die Spielfiguren umgesetzt.
Besonders spannend ist die integrierte Stimm- und Gesichtserkennung beim “Project Natal”.
Spieler werden an ihren Stimmen erkannt wodurch es bei der Anmeldung genügt, sich vor die Kamera zu stellen und seinen Namen zu nennen.
Die aus meiner Sicht spannendste Anwendung von “Project Natal” zeigte Peter Molyneux. Es handelt sich dabei um die virtuelle Figur Milo, die auf die Stimmung der Nutzers reagieren kann. Mit Milo wird es möglich, reale Gegenstände in die virtuelle Welt zu übertragen. So kann man beispielsweise vor dem Bildschirm ein Blatt Papier bezeichnen und dieses dann an Milo “übergeben”, der dieses dann umgehend in seine Welt integriert.
Hier das Video dazu:
Update: Gerade bei BBC gefunden: Ein Interview mit Steven Spielberg und einem Vertreter von Microsoft, das besonders am Ende spannend wird, wenn Spielberg sagt, dass “Project Natal” die bisherige technische Barriere durchbricht, die es bisher verhindert hat, dass man als Spieler ein Game nicht so emotional erlebt wie einen Kinofilm.
Hier der O-Ton von der BBC dazu: “The video games industry has not allowed us the opportunity to cry, because we were too busy putting our adrenalin rush into the controller, or wherever we swing our arm with a Wii controller to get a result,” he said.
“Because of that, there is no room for a video game to break your heart. We now have a little more room to be a little more emotional with Natal technology than we did before.”
Bereits vor knapp zwei Wochen, am 18. Februar, hielt ich beim Kongress “Kino der Zukunft” einen Vortrag an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg.
Mein Vorredner war der Unternehmensberater Teut Weidemann, der ein absoluter Insider im Bereich Gaming ist, und einige interessante Details und Anekdoten zum Thema Konvergenz zwischen Film- und Gaming-Branche preisgab.
Das wohl beeindruckendste an seinem Vortrag war das Video, das die leistungsstärke der neuen Ruby-Version demonstriert.
So sollen laut Weidemann schon in naher Zukunft Games aussehen. Wenn jetzt noch die Bewegung des Avatars menschlicher werden, ist aus meiner Sicht tatsächlich kein Unterschied zwischen Realität und Fiktion mehr erkennbar.
Dank der ständig steigenden Rechenleistungen moderner Prozessoren wird Rapid Prototyping, also die schnelle Produktion eines Dummys für ein Computerspiel, schon in absehbarer Zukunft Realität werden.
Damit wird dann vermutlich auch der Know How Transfer von Game zu Film ansteigen. Bisher ist es vor allem die Filmbranche, die ihr Know How in der Produktion vor allem aber in der Dramturgie auf die Gaming-Branche überträgt.
Speziell wenn es um die Dramaturgie geht, besteht auch laut Weidemann nämlich noch Aufholbedarf in der Gaming-Industrie.
Es ist mal wieder so weit.
Am 18. Februar ist in der österreichischen Fachzeitung medianet mein Gastbeitrag zum Thema Marketing mit Alternate Reality Games unter dem Titel “Spielerisches Marketing” erschienen. Viel Spaß beim Lesen.
Das PDF gibt es hier.
Als Naked Cinema wird Sally Potters neuester Film bezeichnet. Rage ist ein Film, der auf die Grundzüge des Schauspiels und des Dialogs Monlogs reduziert ist und keinerlei Spezialeffekte nutzt.
Stattdessen sieht man Schauspielgrößen wie Jude Law, Steve Buscemi, Judi Denchoder Eddie Izzard vor der Kamera. Im Hintergrund nichts außer einer einfärbigen Wand.
Rage ist dennoch speziell, denn anders als bei gewöhnlichen Filmen, sieht jeder Mensch die Story anders. Die Rahmenhandlung, bei einer Modenschau passieren mehrere mysteriöse Morde, wird nur angedeutet und passiert tatsächlich im Audio-Off. Die Erklärung für die Interviews, in denen die einzelnen Charaktere ihre Sicht der Dinge schildern wird über den nicht sichtbaren Kameramann Michelangelo geliefert. Er ist ein Teenager, der mit seiner Handykamera eine Art Dokumentation über die Modebranche dreht und diese in Minisodes auf seinem nicht genannten Weblog veröffentlicht. Dass er dabei tiefer als gewollt in den Dschungel aus Oberflächlichkeit, Verlogenheit, Hass und Neid eintaucht, wird erst nach und nach klar.
Das Werk sorgte bei der Berlinale für gemischte Reaktionen. Auch bei der Publikumspräsentation am Sonntag verließen äußerst viele Leute während des Films den Saal.
Ich kann das nicht so recht verstehen, denn in Wirklichkeit ist Rage in eine Reihe zu stellen mit Akira Kurosawas Meisterwerk über die Lüge und die Wahrheit Rashomon und Lars von Triers minimalistisches Drama Dogville, in dem sämtliche Requisiten nur angedeutet werden.
Der Film erzeugt bei jedem Menschen, der sich auf die Geschichte und die Grundstruktur einlässt, ein anderes Bild. Möglich wird dies vor allem durch die sehr intensiv agierenden Schauspieler, die zumindest bei mir ein klares Bild von den Ereignissen abseits des Sichtbaren erzeugten und so einen Effekt erzielten, den ich so noch nicht bei modernen Filmen bemerkt habe:
Ich bekam etwas Individuelles zu sehen.
Natürlich wirkt Rage auf mich auch aufgrund seiner Thematik, einer eindeutigen Kritik an der Oberflächlichkeit der Modebranche, ausgedrückt durch die Augen und den Mund eines Jugendlichen, der durch sein Medium Web 2.0 plötzlich ungeahnte Macht über eine bisher übermächtige Industrie bekommt. Andererseits ist der Film auch eine Kritik am Web 2.0 und den Digital Natives von heute, die oberflächlicher nicht sein könnten. Alles muss in Snack Size angeboten werden, sonst sieht keiner mehr zu. Skandale müssen sein, denn nur so kann man Aufmerksamkeit generieren.
In gewisser Weise ist Rage so auch eine Kritik an all den Leuten, die den Kinosaal vor Ende des Films verlassen. Sie sind es nicht mehr gewöhnt, mit einer fremden Form von Kino konfrontiert zu werden, in der Aufmerksamkeit Voraussetzung dafür ist, um zu verstehen, was passiert. Schade, denn ich denke, dass genau das Format von Rage eine mögliche Antwort darauf ist, wie der Kinofilm von morgen auszusehen hat, denn jeder sieht diesen Film anders, so wie es seine Gedanken und vor allem seine Phantasie zulassen.
Gerade bin ich auf das 22. internationale Filmfest Braunschweig aufmerksam gemacht worden.
Dort findet am 6. November (also bereits sehr bald) ein interessantes Panel zum Thema Film 3.0 statt.
Hier ein kurzer Auszug aus der Beschreibung zum Vortrag: “”Durch Kreuzung oder Hybridisierung von Medien werden gewaltige neue Kräfte und Energien frei…” schreibt Marshall McLuhan in Understandig Media in einem Kapitel mit der bezeichnenden Überschrift “Energie aus Bastarden”. Nichts einfacher also, als das verfilmte Computerspiel und das Spiel-zum-Film zur Medienkreuzung zu erklären, den energetischen Bastard Verschmelzung aus Computer, Film und Spiel zu überhöhen.”
Sollte jemand vor Ort sein, würde ich mich sehr freuen, in den Kommentaren Infos zu bekommen.
Unser Trendbook2010 bietet übrigens unter anderem auch nähere Informationen zum Thema Film 3.0
Damals sprach der CEO und Keeper of the Vision / Artistic Director von VR Space Theatres im abschließenden Panel über “Games & 3D Interactive Movies in the digital Cinema”.
Obwohl er noch nicht sehr viel über sein 2009 kommendes Projekt sagen konnte/durfte/wollte, kam durch, dass es sich um interaktives Kino, bzw. interaktives Gaming auf der großen Leinwand handeln würde. Auch die Stichwörter Artificial Intelligence with Human Help bekam man zu hören. Es soll also interaktives Kino mit einem Guide sein, das voraussichtlich im Februar 2009 auf uns zukommen wird.
Glaubt man den bisherigen Informationen, stellt die Entwicklung eine Revolution in Sachen Event-Kino dar, bei der Zuschauer nicht nur ein Real-time-3D-Movie auf der Leinwand sieht, sondern dabei die Möglichkeit hat, aktiv am Geschehen teilzuhaben und es per Gamecontroller zu beeinflussen. Dadurch wird eine höchst unterhaltsame Kombination aus dreidimensionalem Film und Videogame kreiert, die anno 2009 in Berlin Weltpremiere haben soll.
Ich bleibe definitiv an der Sache dran, da es sich um eine weitere Realisierung aus dem Future Entertainment Trichter handeln würde. Wir haben im Februar gemeinsam mit Experten aus der Branche unter anderem überlegt, dass es ab 2009 im besten Fall ein 360 Grad 3D-Kino geben wird, das zudem interaktiv ist. Bingo: Volltreffer!
Unser Trendbook2010 bietet übrigens unter anderem auch nähere Informationen zu den Themen 3D Kino, Film 3.0 und Virtual Reality
Malcolm Gladwell schreibt in "Der Tipping Point. Wie kleine Dinge Großes bewirken können" über das Phänomen der Mundpropaganda und wie sie über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
Patrick Vonderau und Vinzenz Hediger vereinen in Ihrem Sammelband "Demnächst in ihrem Kino. Grundlagen der Filmwerbung und Filmvermarktung" Aufsätze bekannter Filmvermarktungsexperten zum Thema Filmwerbung und Filmpromotion.
Holm Friebe und Sascha Lobo zeichnen in Ihrem Buch "Wir nennen es Arbeit" das Porträt der modernen Arbeitsgesellschaft und gehen dabei auch auf die Themen Social Media, Web 2.0 etc. ein.
Wired-Redakteur Chris Anderson schrieb "The Long Tail - Der lange Schwanz" bereits vor einigen Jahren. Jetzt gibt es den Klassiker auch auf deutsch.
Rick Levine, Christopher Locke, David Weinberger und Doc Searls schrieben "Das Cluetrain Manifest. 95 Thesen für die neue Unternehmenskultur im digitalen Zeitalter" bereits lange Zeit vor Web 2.0. Doch erst jetzt werden die Thesen hochaktuell!
Robert Marich über "Marketing to Moviegoers" - Persönlich noch nicht gelesen aber bald
Daniela Kloocks Sammelband bietet interessante Beiträge u.a. von Thomas Elsaesser, Peter Glaser und Tom Tykwer zum Thema Zukunft Kino und Film-Gaming-Konvergenz
Don Tapscott über die Öknomie im Web 2.0 und ihre Öffnung dem User gegenüber - Wikinomics eben