Es ist mal wieder so weit.
Am 18. Februar ist in der österreichischen Fachzeitung medianet mein Gastbeitrag zum Thema Marketing mit Alternate Reality Games unter dem Titel “Spielerisches Marketing” erschienen.

Viel Spaß beim Lesen.
Das PDF gibt es hier.
Archiv für den Monat Februar 2009
Spielerisches Marketing mit ARGs – Ein Gastbeitrag
Donnerstag, 19. Februar 2009Das Projektuniversum zum Film
Montag, 16. Februar 2009In einem Interview mit dem österreichischen Portal Futurezone hat folgende Aussage von Lance Weiler (von Seize the Media) meine Aufmerksamkeit erregt:
“HIM” ist eine Kreuzung aus Film, Game und einer Mischung von Technologie und Design. Der Film steht dabei immer noch im Zentrum, aber rundherum schaffe ich ein ganzes Projektuniversum”
Der junge Filmproduzent, dessen Erstlingswerk The Last Broadcast ich mir damals in einer Box mit The Blair Witch Project gekauft habe, hat ein neues Projekt gestartet, das er selbst als Transmedia-Projekt bezeichnet.
Transmedialität ist ein neuer alter Begriff, hinter dem sich jedoch aus meiner Sicht nicht mehr verbirgt als ein Alternate Reality Game mit Horrorelementen. In der Definition der Futurezone beinhaltet ein Transmedia Projekt wie HIM ein ARG, allerdings wird dann nur von einem Offline-ARG gesprochen, was ja nicht dem klassischen Ansatz eines Alternate Reality Games entspricht.
Die zentrale Ausgangsüberlegung:
“Wie kann ich eine Geschichte über mehrere Screens und verschiedene technische Geräte transportieren? Und wie kann ich dem Publikum dabei unterschiedliche Ein- und Ausstiegspunkte anbieten? Neben dem Kinofilm finden andere Storyelemente auf der Spielkonsole im eigenen Wohnzimmer statt. Es gibt Storyteile, die über das Mobiltelefon kommuniziert werden, und Online-Elemente.”
Laut Weiler, der sich als Produzent und Creative Mind hinter dem Projekt bezeichnet, hat das Spiel schon begonnen, obwohl noch nicht einmal mit der Produktion des Films begonnen wurde.
Lohnt sich auf jeden Fall, weiterhin ein Auge darauf zu werfen, besonders der Kinofilm dürfte spannend werden.
Ein Film, den jeder anderes sieht
Montag, 16. Februar 2009Als Naked Cinema wird Sally Potters neuester Film bezeichnet. Rage ist ein Film, der auf die Grundzüge des Schauspiels und des Dialogs Monlogs reduziert ist und keinerlei Spezialeffekte nutzt.
Stattdessen sieht man Schauspielgrößen wie Jude Law, Steve Buscemi, Judi Denchoder Eddie Izzard vor der Kamera. Im Hintergrund nichts außer einer einfärbigen Wand.
Rage ist dennoch speziell, denn anders als bei gewöhnlichen Filmen, sieht jeder Mensch die Story anders. Die Rahmenhandlung, bei einer Modenschau passieren mehrere mysteriöse Morde, wird nur angedeutet und passiert tatsächlich im Audio-Off. Die Erklärung für die Interviews, in denen die einzelnen Charaktere ihre Sicht der Dinge schildern wird über den nicht sichtbaren Kameramann Michelangelo geliefert. Er ist ein Teenager, der mit seiner Handykamera eine Art Dokumentation über die Modebranche dreht und diese in Minisodes auf seinem nicht genannten Weblog veröffentlicht. Dass er dabei tiefer als gewollt in den Dschungel aus Oberflächlichkeit, Verlogenheit, Hass und Neid eintaucht, wird erst nach und nach klar.
Das Werk sorgte bei der Berlinale für gemischte Reaktionen. Auch bei der Publikumspräsentation am Sonntag verließen äußerst viele Leute während des Films den Saal.
Ich kann das nicht so recht verstehen, denn in Wirklichkeit ist Rage in eine Reihe zu stellen mit Akira Kurosawas Meisterwerk über die Lüge und die Wahrheit Rashomon und Lars von Triers minimalistisches Drama Dogville, in dem sämtliche Requisiten nur angedeutet werden.
Der Film erzeugt bei jedem Menschen, der sich auf die Geschichte und die Grundstruktur einlässt, ein anderes Bild. Möglich wird dies vor allem durch die sehr intensiv agierenden Schauspieler, die zumindest bei mir ein klares Bild von den Ereignissen abseits des Sichtbaren erzeugten und so einen Effekt erzielten, den ich so noch nicht bei modernen Filmen bemerkt habe:
Ich bekam etwas Individuelles zu sehen.
Natürlich wirkt Rage auf mich auch aufgrund seiner Thematik, einer eindeutigen Kritik an der Oberflächlichkeit der Modebranche, ausgedrückt durch die Augen und den Mund eines Jugendlichen, der durch sein Medium Web 2.0 plötzlich ungeahnte Macht über eine bisher übermächtige Industrie bekommt. Andererseits ist der Film auch eine Kritik am Web 2.0 und den Digital Natives von heute, die oberflächlicher nicht sein könnten. Alles muss in Snack Size angeboten werden, sonst sieht keiner mehr zu. Skandale müssen sein, denn nur so kann man Aufmerksamkeit generieren.
In gewisser Weise ist Rage so auch eine Kritik an all den Leuten, die den Kinosaal vor Ende des Films verlassen. Sie sind es nicht mehr gewöhnt, mit einer fremden Form von Kino konfrontiert zu werden, in der Aufmerksamkeit Voraussetzung dafür ist, um zu verstehen, was passiert. Schade, denn ich denke, dass genau das Format von Rage eine mögliche Antwort darauf ist, wie der Kinofilm von morgen auszusehen hat, denn jeder sieht diesen Film anders, so wie es seine Gedanken und vor allem seine Phantasie zulassen.
Interaktives Horror-Musikvideo
Donnerstag, 05. Februar 2009Ein wenig gruselig ist es dann doch, das neue interaktive Musikvideo zur Single “Neuruppin” der deutschen Gruppe K.I.Z.
Zusammen mit der auf interaktive Fotografie spezialisierten Agentur Kubikfoto haben die Hip-Hoper von K.I.Z ein besonderes Musikvideo produziert. Das Video wird für den Zuschauer zum virtuellen Explorationsraum, in dem es ein gruseliges Haus in der Ego-Perspektive zu erkunden gilt. Neben den Musikern, die in den einzelnen Räumen versteckt sind und sich synchron zur Musik bewegen, gibt es in jedem Raum etwas Interessantes zu entdecken. Der Konsument hat durch die innovative Verbindung von Fotografie und Computertechnik die Möglichkeit, aktiv am Video seiner Idole zu partizipieren und kann sogar sein eigenes Bild in das Video hochladen.
Das Video gibt es unter www.kiz-neuruppin.de live zu erleben. Auf YouTube habe ich einen Screencast sowie das Making-Of dieses interessanten Beispiels für ein Musikvideo der Zukunft endeckt.
Unser Trendbook2010 bietet übrigens unter anderem auch nähere Informationen zum Thema Interaktiver Film.
